Schlagfrequenzen für Training und Wettkampf im Kajak und Canadier
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Warum ist die Schlagfrequenz so eine wichtige Größe, dass auf großen Wettkämpfen Trainer*innen oftmals nebenher radeln und nichts anderes tun als Frequenzen zu notieren?
Die Gründe sind vielfältig und hier wollen wir diesen auf den Grund gehen. Beginnen wir mit dem Training, in dem Trainingszonen oft an Schlagfrequenzen gekoppelt werden. Empfehlungen für verschiedene Bootsklassen in verschiedenen Trainingsbereichen sind in diesen Bereichen anzufinden:
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Kajak Herren |
Kajak Damen |
Canadier Herren |
Canadier Damen |
| Aerob 10km | 62-70 S/min | 60-68 S/min | 32-38 S/min | 30-36 S/min |
| Schwelle 1000m | 76-86 S/min | 72-84 S/min | 42-46 S/min | 38-44 S/min |
| Anaerob 250m | 90-105 S/min | 85-95 S/min | 47-53 S/min | 45-51 S/min |
Oftmals werden von Trainer*innen zu hohe Frequenzen als Zeichen eingeschätzt, dass die Athletin keinen Abdruck im Wasser findet und die erwünschte Intensität deswegen nur mit höheren Frequenzen erreicht. Doch warum sind zu hohe Frequenzen im Training (Sprint ausgenommen) so schädlich?
Dafür muss man sich überlegen, welche Möglichkeiten eine Athletin hat, die Intensität auf dem Wasser zu steuern. Es können entweder mehr Schläge pro Minute gemacht werden oder die Kraft pro Schlag kann erhöht werden. Die Kraft pro Schlag zu erhöhen ist limitiert durch unsere Maximalkraft und die Fähigkeit, Abdruck im Wasser zu finden, während das Erhöhen der Frequenz scheinbar eine einfachere Lösung ist, um die gewünschte Intensität zu erreichen.
Lernt ein Athlet nicht die gewünschte Belastung mit niedriger Frequenz und starken Schlägen zu erreichen, kann dieser sich im Wettkampf mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausbelasten. Insbesondere auf kürzeren Strecken wird bei ca. 160 Schlägen pro Minute eine Grenze erreicht, bei der die Frequenz nicht weiter erhöht werden kann. Wer jedoch schon bei niedrigerer Belastung im Training mit hoher Frequenz trainiert hat, kann sich im Wettkampf nicht mehr steigern.
Ganz anders ist es bei Athlet*innen, die im Training bereits mit 60-70 Schlägen pro Minute hohe Bootsgeschwindigkeiten erreichen. Diese haben Spielraum und können die Intensität genau über die Frequenz bestimmen.
Für diese Athletinnen besteht nun ein klarer Zusammenhang aus Intensität und Frequenz, weswegen Trainer*innen das Einteilen der Strecke über den Verlauf der Frequenz beurteilen können. Die optimale Schlagfrequenz für die verschiedenen Rennstrecken wurde vorher im Training in spezifischen Wettkampfsimulationen trainiert und wird im Wettkampf abgerufen.
Kanu-Marathon und Surfski
In diesen Bereichen werden lange Distanzen zurückgelegt, die Paddel werden oft kleiner gewählt und Frequenzen über 70 Schlägen pro Minute sind nicht unüblich im Grundlagenbereich. Da in diesen Bereichen Spitzengeschwindigkeiten weniger von Interesse sind, schadet dies der Wettkampfperformance jedoch nicht. Im Gegenteil: Die hohen Frequenzen mit weniger Druck vermeiden ermüdende Kraftspitzen im Paddelschlag und erlauben so erst die hohen Geschwindigkeiten über sehr lange Strecken.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Wahl der richtigen Frequenz im Training es einem ermöglicht, im Wettkampf die richtige Intensität zu treffen, ohne die im Training gelernte Schlagstruktur zu verändern.